Hintergrund und Potenzial

Hintergrund und Potenzial von Shared E-Fleet

Umweltgerechte und energieeffiziente Mobilitätskonzepte werden unser gesellschaftliches Leben verändern. Laut dem Regierungsprogramm Elektromobilität stellen Elektrofahrzeuge einen zentralen Bestandteil einer nachhaltigen Energie- und Verkehrspolitik dar, indem eine CO2-freie Mobilität durch Nutzung verschiedenster regenerativer Energiequellen für die Beladung der Fahrzeuge sowie eine Stabilisierung der Energienetze durch Energiebalancierung ermöglicht werden. Darüber hinaus bietet die Erarbeitung neuartiger Produkte und Systeme rund um Elektrofahrzeuge einen innovativen Nährboden für den Standort Deutschland.

Um die Nutzerakzeptanz für Elektrofahrzeuge zu steigern, werden hier insbesondere Dienstwagenflotten als bedeutendes Marktsegment erkannt, die auch eine Signalwirkung für die allgemeine Bevölkerung erzielen können. In Deutschland gibt es derzeit rund 100.000 Unternehmen mit Fuhrparks mit einem großen Anteil an kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Diese beherbergen ca. 10 Millionen Fahrzeuge, davon ca. 4,5 Millionen Personenkraftwagen (PKW) und ca. 5,5 Millionen Lastkraftwagen (LKW), sowie weitere ca. 5 Millionen Fahrzeuge, die nicht für den öffentlichen Verkehr zugelassen sind. Der überwiegende Teil der Fahrzeuge (ca. 48%) befindet sich dabei in kleineren Dienstwagenflotten mit weniger als 100 Fahrzeugen. Das Marktpotenzial für Elektrofahrzeuge ist in diesem Bereich somit äußerst groß.

Der Einsatz von Elektrofahrzeugen in Dienstwagenflotten ist umso sinnvoller und wirtschaftlicher,

  • je höher der Auslastungsgrad der Elektrofahrzeuge ist,
  • je besser die Einsatzplanung in Einklang mit Ladestrategien gebracht wird,
  • je mehr die Potenziale des Smart Grid und der erneuerbaren Energien genutzt werden,
  • je einfacher die Nutzung und die Abrechnung sind und
  • je besser die Elektrofahrzeuge in ein intelligentes Verkehrssystem integriert sind.

Bei vielen KMU und an Standorten großer Unternehmen sind Elektrofahrzeugflotten nur dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn die Flotte gemeinsam von mehreren Unternehmen genutzt wird, insbesondere in Technologieparks, Gewerbegebieten etc.

Eine im Vorfeld durchgeführte Umfrage des Fraunhofer IAO (in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern baimos technologies und TWT Science & Innovation) in den drei Technologieparks STEP (Stuttgarter Engineering Park), MTZ (Münchner Technologiezentrum) und gate (Garchinger Technologie- und Gründerzentrum) mit 30 teilnehmenden Unternehmen hat Potenziale für ein Sharing-Modell ergeben. Die Standzeiten von Dienstwagen wurden auf über 60% und häufig sogar auf über 80% geschätzt (geringe Auslastung), für die Dienstfahrten wird meist selten oder keine besondere Ausstattung benötigt (gemeinsame Nutzung möglich) und die Strecken der Dienstfahrten liegen häufig unter 50 km (für Elektrofahrzeuge gut geeignet). Der Einsatz von Elektrofahrzeugen, die von mehreren Unternehmen zur Erhöhung der Auslastung gemeinsam genutzt werden, ist somit äußerst sinnvoll und nutzbringend.

Für eine solche gemeinsame Nutzung von Elektrofahrzeugflotten („Shared E-Fleet“) sind geeignete IKT-Lösungen erforderlich, die neue Methoden und Verfahren umsetzen. Diese müssen anhand von realen Anwendungsfällen entwickelt und erprobt werden und auf eine Vielzahl von Elektrofahrzeugflotten übertragbar sein.

Das vorliegende Projektvorhaben Shared E-Fleet realisiert diese Intention der gemeinsamen Nutzung von Elektrofahrzeugflotten. Dabei wird auch die Infrastruktur intelligenter Verkehrs- und Energiesysteme nahtlos integriert.